PETER BALDINGER
FACING THE RENAISSANCE

Museum Angerlehner
21.01. - 15.04.2018

Fragen der Wahrnehmung waren es von jeher, die Baldinger beschäftigten. In Zeiten der Bilderflut und der technischen Vervielfältigung dieser Bilder hatte er verstärkt über Verfremdungs- und Rastertechniken nachgedacht, um das Spannungsverhältnis zwischen dem traditionellen Verweischarakter der Darstellungen und der Ästhetik »konkreter« Kunst, die sich aus kleinen, mehr oder weniger geometrischen Grundformen zusammensetzt, auszuloten.

Dabei dienten ihm bevorzugt die Alten Meister wie Cranach, Velázquez, Tintoretto oder Veronese als Übungsgegenstand. Schon in den Bildern der Serie »Diffusions« hatten die durch Riffelglas gesehenen Gemälde in ihrer Verzerrung umso größere Intensität gewonnen. In den »low_resolutions« der letzten Jahre schließlich wurden die Darstellungen auf die Essenz ihrer Farbwerte abstrahiert und zu gemalten, großflächigen »Pixeln« zusammen gezogen, wodurch sie eine neue, ganz unerwartete Wirkung entfalten.

Stephan Koja